Google-Experiment: Routenkoordination reduziert Staus und Emissionen in Städten
Google/DeepMind
Google Research hat die erste groß angelegte reale Studie zur Routenkoordination in Navigations-Apps durchgeführt. Eine Änderung des Google-Maps-Algorithmus in zehn US-Städten, die weniger als 2 % der Fahrten umleitete, führte zu einer Steigerung der Verkehrsgeschwindigkeit in den Zielsegmenten um 2 % und einer Reduzierung des Kraftstoffverbrauchs um 0,5–1,0 %, was potenziell Tausende Tonnen CO₂-Äquivalent pro Stadt und Jahr einsparen könnte.
Google Research hat in Nature Cities die Ergebnisse der ersten groß angelegten Studie unter realen Bedingungen veröffentlicht, bei der Navigationsplattformen zur Verbesserung des Verkehrsflusses eingesetzt wurden. Während des Experiments in zehn großen US-Städten wurde der Google Maps-Algorithmus so modifiziert, dass Fahrten von überlasteten Abschnitten auf alternative Routen mit ähnlichen Reisezeiten umgeleitet wurden. Die Änderungen betrafen weniger als zwei Prozent aller Fahrten – nur jene, die durch vorab ausgewählte Problemabschnitte führten (etwa 100 pro Stadt). Das Experiment dauerte sechs Monate und folgte einem Switchback-Design: Tage mit dem modifizierten Algorithmus wechselten sich mit Kontrolltagen ab. Die Ergebnisse zeigten eine statistisch signifikante Verbesserung: Die mittlere Geschwindigkeit auf den Zielabschnitten stieg um etwa zwei Prozent, und der Kraftstoffverbrauch sank um 0,5 bis 1,0 Prozent. Im gesamten Netz der betroffenen Abschnitte erhöhte sich die Geschwindigkeit im Durchschnitt um 0,35 Prozent, während der Spitzenzeiten um bis zu 0,5 Prozent. Auf Stadtebene entspricht dies einer Reduktion von Tausenden Tonnen CO₂-Äquivalenten pro Jahr und Stadt. Der Effekt wurde durch die Verteilung des Verkehrs von großen Engpässen erzielt: Nebenstraßen nahmen den zusätzlichen Verkehr auf, während sie eine höhere Durchschnittsgeschwindigkeit und niedrige Emissionen beibehielten. Die Forscher betonen, dass alle Verkehrsteilnehmer profitieren – sowohl Nutzer von Navigations-Apps als auch Nichtnutzer. Die Arbeit legt zudem den Grundstein für zukünftige Experimente mit dynamischer Ampelsteuerung und der Koordination von Infrastruktur, Fahrzeugen und Netzrouting.
Quelle: Google Research —
Original
