Hardware & InferenzAnwendungen 🇩🇪 08.08.2026 13:02

KI-Agenten verbrauchen etwa 600-mal mehr Energie als einfache Chat-Prompts

AnthropicAnthropic Google/DeepMindGoogle/DeepMind OpenAIOpenAI
Eine Analyse eines Klimawissenschaftlers zeigt, dass KI-Agenten wie Claude Code erheblich mehr Energie verbrauchen als einfache Chat-Prompts. Über acht Wochen protokollierte er seine eigene Nutzung und stellte fest, dass seine agentische Nutzung 3,2 Milliarden Token auslöste und etwa 170 Kilowattstunden verbrauchte, ungefähr 150 Wattstunden pro Prompt, also etwa 600-mal so viel wie ein durchschnittlicher Chat-Prompt. Hochgerechnet auf ein Jahr verursacht diese Nutzung Emissionen, die denen eines elektrischen Wäschetrockners entsprechen, wobei der Haupthebel zur Reduktion die Nutzung sauberer Energiequellen für Rechenzentren ist.
Laut Google verbraucht ein durchschnittlicher Gemini-Textprompt nur 0,24 Wattstunden, während OpenAI-CEO Sam Altman einen ChatGPT-Request auf 0,34 Wh schätzt. Der Klimawissenschaftler Zeke Hausfather argumentiert, dass diese Zahlen die tatsächliche KI-Nutzung verfälschen, da sie Reasoning-Modelle, multimodale Verarbeitung und agentische Systeme ignorieren. In seiner Analyse auf The Climate Brink protokollierte er acht Wochen seiner eigenen Claude-Code-Nutzung, die detaillierte lokale Logs mit exakten Token-Zahlen speicherte. Seine 1.138 getippten Prompts lösten über 14.000 Modellaufrufe aus, durchschnittlich zwölf pro Prompt, die jeweils durchschnittlich 2,9 Millionen Token verarbeiteten, insgesamt 3,2 Milliarden Token, wobei 96 % Cache-Lesevorgänge waren. Seine beste Schätzung für den Gesamtenergieverbrauch lag bei etwa 170 kWh (mit einer Unsicherheit von 70–330 kWh), was etwa 150 Wh pro Prompt entspricht, ungefähr 600-mal so viel wie ein durchschnittlicher Chat-Prompt. Eine durchschnittliche Sitzung verbrauchte 0,6 kWh, sein durchschnittlicher Tag 3,0 kWh und sein intensivster Tag 11 kWh. Hochgerechnet auf ein Jahr ergäbe das 1,1 MWh, was etwa 370 kg CO2-Äquivalent pro Jahr verursacht, mehr als ein elektrischer Wäschetrockner (262 kg) und etwa die Hälfte eines Hin- und Rückflugs von San Francisco nach New York. Hausfather plädiert nicht für Abstinenz; er schlägt vor, einfache Aufgaben an kleinere Modelle zu delegieren und, was wichtiger ist, saubere Energie zu nutzen, da dies den Fußabdruck um 90 % reduzieren könnte. Er weist darauf hin, dass fast drei Viertel der geplanten Stromerzeugung für US-Rechenzentren auf Erdgas basieren, sieht aber eine Chance für KI-Unternehmen, in saubere Energie und Netzverbesserungen zu investieren.
Quelle: The Decoder (DE) — Original
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