Einhorn, Pelikan, Mittelerde: OpenAI-Mitbegründer Karpathy sucht den nächsten KI-Vibe-Test
Anthropic
OpenAI
ElevenLabs
Andrej Karpathy ließ das KI-Modell Claude Opus 5 aus einem Absatz von „Der Herr der Ringe“ in zwei Stunden eine 3D-Szene generieren, die 5.500 Zeilen Code für den Browser produzierte. Die Erstellung kostete etwa zehn Dollar, und das Modell animierte Objekte eigenständig, machte jedoch Fehler, weil es sein eigenes Video nur über Screenshots überprüfen konnte. Für den Anthropic-Mitarbeiter Karpathy zeigt der Test das Potenzial für kostengünstig produzierte, individuelle Spielwelten, obwohl er das Ergebnis eher als subjektiven Eindruck denn als harte Kennzahl betrachtet.
Andrej Karpathy, Mitbegründer von OpenAI und seit Mai 2026 bei Anthropic in der Pretraining-Forschung tätig, ließ das KI-Modell Claude Opus 5 die Eröffnung von Tolkiens ‚Herr der Ringe‘ als 3D-Szene für den Browser rendern. Das Modell arbeitete etwa zwei Stunden mit einem Budget von einer Million Tokens (etwa zehn Dollar) und sollte alles in Three.js, einer Grafikbibliothek für 3D im Browser, rendern. Karpathy veröffentlichte den Quellcode online, damit andere die Szene nachbauen und damit spielen können. Er argumentiert, dass der bekannte ‚Pelikantest‘ langsam ausgeschöpft sei; dieser lustige Benchmark von Simon Willison fordert ein Modell auf, eine SVG-Grafik eines Pelikans auf einem Fahrrad zu zeichnen, bewusst absurd, damit das Motiv nicht in den Trainingsdaten vorkommt. Die Idee ist älter: Microsoft nutzte 2023 GPT-4 im Sparks-of-AGI-Papier, um ein Einhorn in TikZ zu zeichnen, und interpretierte das als Zeichen für räumliches Verständnis; GPT-4 war damals ausschließlich mit Textdaten trainiert, anders als heutige multimodale Modelle. Karpathy nennt das Ergebnis grob, aber unterhaltsam; die Stimme stammte von Eleven Labs, und das Modell platzierte und animierte die Objekte selbst. Er sagt, niemand würde solche Welten von Hand bauen, und mit einem Modell sei es fast kostenlos. Er sieht Potenzial für individuelle Spielwelten, in denen Nutzer als Neben- oder Hauptfiguren platziert werden könnten. Ein verbleibendes Problem ist, dass das Modell sein eigenes Video nicht ansehen kann und Screenshots verwenden musste, was zu Fehlern führte. Andere Nutzer haben Opus 5 ganze Browserspiele schreiben lassen, von Ego-Shootern bis zu Minecraft-Klonen. Beides ist keine harte Messung, sondern eher Stimmungstest.
Quelle: The Decoder (DE) —
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