Russische IT-Unternehmen fordern, anonymisierte Daten ohne Zustimmung für KI-Training nutzen zu dürfen
Just AI
Smart Engines
Der russische Verband für Big Data, zu dem Avito, Sber, Rostelecom, Yandex und VK gehören, hat das Digitalministerium gebeten, das Gesetz zum Schutz personenbezogener Daten zu ändern, um die Verarbeitung anonymisierter Daten ohne Zustimmung der Bürger für die Entwicklung und das Training von KI zu erlauben. Der Verband schlägt den Einsatz von Technologien zur Verbesserung des Datenschutzes vor und führt das Konzept eines vertrauenswürdigen Vermittlers ein. Dabei wird darauf hingewiesen, dass das geltende Recht anonymisierte Daten als personenbezogene Daten behandelt, was das Wachstum der KI behindert.
Der Big Data Verband, der Unternehmen wie Avito, Sber, Rostelecom, Yandex und VK vereint, hat laut Kommersant einen Brief an das russische Ministerium für digitale Entwicklung geschickt, in dem Änderungen am Gesetz zum Schutz personenbezogener Daten gefordert werden. Die Unternehmen möchten die Erlaubnis, Daten mithilfe von Technologien zur Verbesserung der Privatsphäre (Privacy-Enhancing Technologies, PETs) ohne Zustimmung der Bürger für die Entwicklung, das Training und die Nutzung künstlicher Intelligenz zu verarbeiten. Derzeit gelten anonymisierte Daten rechtlich als personenbezogene Daten, was nach Ansicht der Marktteilnehmer die KI-Entwicklung in Russland verlangsamt. Der Verband argumentiert, dass bei korrekter Anwendung die Identifizierung einer bestimmten Person unmöglich wird, aber PETs werden in der aktuellen Gesetzgebung nicht als separate Kategorie anerkannt, da jede algorithmische Transformation personenbezogener Daten als ‚Anonymisierungsmethode‘ eingestuft wird. Der Verband schlägt vor, PETs ohne Zustimmung unter Bedingungen zuzulassen: Das Risiko der Deanonymisierung ist null oder minimal, die Daten werden ausschließlich für KI-Aufgaben verwendet, und die Verarbeitung erfolgt innerhalb Russlands durch russische Unternehmen. Zusätzlich schlagen sie die Einführung eines ‚vertrauenswürdigen Vermittlers‘ vor – einer staatlich akkreditierten Struktur, die anonymisierte Daten für KI-Zwecke speichern und Zugriff darauf gewähren würde, und schlagen vor, Daten in bezahlte (für kommerzielle Nutzung) und kostenlose (für gesetzliche Konformität) zu unterteilen. Swetlana Sacharowa, Direktorin für Geschäftsentwicklung bei Just AI, merkte an, dass Unternehmen bisher Daten aus internen Quellen, Tochtergesellschaften und Partnerprojekten verwendet haben, aber das nicht mehr ausreicht. Ein Vertreter von MWS AI (Teil von MTS Web Services) sagte, dass ein erweiterter Datenzugriff die Entwicklung angewandter KI-Produkte beschleunigen würde. Wladimir Arlasarow, Geschäftsführer von Smart Engines, erklärte, dass für das KI-Training nicht identifizierende Informationen wertvoll sind, sondern anonymisierte Datensätze wie Verhaltens- und medizinische Statistiken, während einige Bedürfnisse bereits durch die Generierung synthetischer Daten abgedeckt werden. Im Juli 2026 verabschiedete die Staatsduma ein Gesetz zur KI-Entwicklung in Russland, das erstmals einen rechtlichen Rahmen für die Entwicklung großer Modelle und die Kennzeichnung von KI-Inhalten schafft, einschließlich der Erlaubnis, neuronale Netze mit staatlichen Daten und Werken ohne separate Lizenzierung zu trainieren.
Quelle: Rusbase (RB.RU) —
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