Bank von Russland veröffentlicht methodische Empfehlungen zur KI-Sicherheit im Finanzsektor: Überblick und praktische Schritte
Die Bank von Russland hat die methodischen Empfehlungen Nr. 3-MR zur Gewährleistung der Informationssicherheit bei der Entwicklung und Nutzung von Künstlicher Intelligenz (KI) auf dem Finanzmarkt veröffentlicht. Das Dokument definiert die KI-Terminologie, kategorisiert Risiken und bietet einen Rahmen für die Bedrohungsmodellierung sowie Sicherheitsmaßnahmen, die proportional zu den Risiken sind und den gesamten Lebenszyklus der KI abdecken. Besondere Aufmerksamkeit wird der Sicherheit der Lieferkette, Open-Source-Komponenten und der Anforderung eines menschlichen Eingriffs in kritische automatisierte Prozesse gewidmet.
Die Bank von Russland hat am 16. Juni 2026 methodische Empfehlungen Nr. 3-MR zur Informationssicherheit bei der Entwicklung und Nutzung von künstlicher Intelligenz im Finanzmarkt herausgegeben. Das Dokument richtet sich an Banken, Nichtkreditfinanzorganisationen, Teilnehmer von Zahlungssystemen und andere Marktteilnehmer. Es baut auf dem Ethikkodex für künstliche Intelligenz im Finanzwesen auf und führt KI-spezifische Begriffe wie Halluzinationen, Datenabdrift, Prompt-Injection und vergiftete Datensätze ein, die mit nationalen Standards (GOST R) übereinstimmen. Die Risiken werden in sechs Kategorien eingeteilt: Datenmanagement, Vertraulichkeit, Fehlfunktion von Modellen, Erklärbarkeit, Anbieter-/Open-Source-Risiken und Betriebszuverlässigkeit. Bedrohungsmodelle müssen der Methodik des FSTEC folgen; die Maßnahmen sind proportional zum Schweregrad des Risikos. Der KI-Lebenszyklus wird in vier Phasen unterteilt: Datenvorbereitung, Entwicklung, Training/Test und Betrieb. Zu den spezifischen Bedrohungen gehören Umgehung, Vergiftung, Modelldiebstahl und adversariale Angriffe. Das Dokument betont die Sicherheit der Lieferkette und verlangt, dass Organisationen das Vertrauen in externe Daten, Modelle und Open-Source-Komponenten bewerten und bei der Weitergabe an Anbieter bereinigte oder synthetische Daten verwenden. Für kritische automatisierte Prozesse wie Zahlungen wird eine menschliche Validierung empfohlen. Organisationen sollten KI-Komponenten inventarisieren, Risiken bewerten, Bedrohungsmodelle erstellen, Sicherheitsmaßnahmen in allen Lebenszyklusphasen umsetzen und eine KI-Sicherheitsrichtlinie formalisieren. Red-Team-Tests, Datenminimierung, Kennzeichnung von Ausgaben und Notabschaltpläne werden hervorgehoben. Die Empfehlungen haben beratenden Charakter, signalisieren jedoch die Richtung des Regulators und fordern eine proaktive Einhaltung.
Quelle: Habr — хаб ИИ —
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